Chronische Erkrankungen Was ist das und wie lebt man damit? Aus der Sicht von einer Betroffenen für Betroffene, Angehörige, Interessierte und Experten!
Donnerstag, 23. Juli 2020
Alltagsgeschehen mit Blick auf Behcet (MAB)
Dienstag, 7. Juli 2020
Jeder kann auf seine Weise helfen💋
Sonntag, 21. Juni 2020
Steinfieber gegen Einsamkeit und Depressionen
Freitag, 19. Juni 2020
Erlebtes und Dankbarkeit trotz Corona!
Sonntag, 29. Dezember 2019
Jahresabschluss 2019
Samstag, 26. Oktober 2019
Bildung trotz chronischer Erkrankung
Sonntag, 18. August 2019
WTF...
Sommerferien sind was feines, Urlauber fahren weg, Touristen strömen durch die City und Kinder lachen überall. Drinnen, Draussen, Straße, Spielplätzen und Garten. Alle sind unterwegs. Der Morgen beginnt ruhiger als üblich, die Abende ziehen sich in die Länge. Und ich? Ich sitze in meiner Gartenlaube bis 4 Uhr in der Früh. Während ich einerseits so müde bin, das ich Tags im Sitzen einschlafe, nachts zwar immer wieder einnicke, aber dann doch erst gegen 4 Uhr einschlafe, um um 7 Uhr wieder kerzengerade im Bett zu sitzen. Einen Kaffee später wird eben wieder im Sitzen eingeschlafen. Nun sind also die Ferien vergangen. Es wird wieder stressig und was kann man im Leben am wenigsten gebrauchen? STRESS
Mir kommt die Galle hoch. Meine Tochter wird unter einigen anderen Medikamenten mit einem Medikament behandelt, dass eigentlich gegen Gicht eingesetzt wird. Das nennt sich in D ' Offlabeluse', da es für unsere Erkrankung zwar nicht zugelassen ist, aber aufgrund von Studien gezeigt hat, dass es bestimmte Symptome erfolgreich bekämpft. Dieses Medikament gab es ursprünglich zu Beginn ihrer Therapie damals in 50er Inhalts-Packungen. Das heisst wir brauchten also alle 16 Tage ein neues Rezept von ihrem Arzt.
Vor etwa 1 Jahr kam dann die Botschaft, dass das Medikament nur noch in 20er und 30er Packungen geben wird, da die Wirkdosis für Gicht reduziert wird. Unsere Kinderärztin schrieb uns dann immer gleich 2 Packungen auf, so hatten wir 60 Tabletten und immerhin 20 Tage rum kamen. Nun aber bekamen wir vom Hersteller die Mitteilung, dass es vorerst nur noch 20er Packungen geben wird, dafür aber voraussichtlich ab September ein neues Präparat auf den Markt käme, extra für uns Chroniken, da sie viele Beschwerden bekommen hätten, was die Minimierung der Verpackungen betrifft. Auch andere wirksame Medikamente würden nun zeitgleich vom Markt genommen oder scheinen wohl nicht lieferbar zu sein.
Für uns heisst das natürlich hoffen, dass das neue Medikament schnell verfügbar ist, denn uns geht gerade der Vorrat aus. Spätestens in 10 Tagen war es das. Ein paar Tage zur Not ohne das Medikament wären bestimmt verkraftbar, aber kein langer Zeitraum.
Ja unsere Community schreit.
Nichts desto trotz geht das Leben auch weiter.
Einige werden sicher umgestellt werden müssen auf andere Medikamente, von denen ich hoffe, sie werden ihnen so gut helfen wie die, die sie zuvor erhielten.
Ich aber beschäftige mich derzeit, wer hätte es gedacht, wieder einmal mit anderen Problemen.
Ja, nachdem ich mit Erfolg und Höherer Dosis meines Basismedikaments die Hoffnung hatte, es gehe aufwärts und ich könnte das Thema Rente vielleicht doch noch etwas aufschieben, beschloss mein Körper im Geheimen wieder mehr Stress in mein Leben zu bringen. Still und heimlich ist das falsche Wort. Noch Anfang des Jahres, da ich seit dem wieder vermehrt gegen Harnwegsinfekte ankämpfen machte mein Hausarzt Ultraschall meiner Nieren. Es war alles gut damit, nichts zu sehen. Meine Infekte wurden dokumentiert und beobachtet und jedes Mal mit Antibiotika behandelt.
Nun war ich vor wenigen Wochen wieder bei meinem Kontrolltermin in der Klinik und hatte schon wieder den leisen Verdacht einer Harnwegsinfektion, sprach dies an, da das so ziemlich alle 3 Wochen der Fall ist und ich jedes Mal kurze Zeit meine Basistherapie unterbrechen muss, und meine Ärztin stimmte mir zu, dass wir genauer schauen sollten, ob nicht so wie damals Nierensteine oder chronische war Blasenentzündung die Ursache ist. Ich sollte meine Basistherapie zunächst reduzieren. Ein paar Tage später bekam ich dann einen Anruf, dass ich Aussetzen soll bis ich den Infekt Urologische geklärt hätte. Ich wartete auf den Brief, der mir gesendet wurde, damit der Urologe über alles Bescheid weiss, was bisher aufgetreten war. Als der Brief ankam, bekam ich für den Folge Tag direkt einen Akuttermin. Dort stellten wir deutlich einen erneuten Harnwegsinfekt fest. Beim Ultraschall bekamen wir einen wunderschön hell aufleuchten. Stein in der rechten Niere. Naja Wer hätte es gedacht. Das erklärt nun mal vieles. Dank des Steins bin ich nun seit 14 Tagen ohne Basismedikation. Und es macht mich fertig. Ich schwitze maßlos, bekomme Pusteln an Stellen an die keine Sonne kommt, die Haut juckt und zwickt überall, die Hände schmerzen, die Knie, Ellenbogen und Sprunggelenke auch mehr als vorher, die Muskulatur kann sich nicht entscheiden, ob sie im falschen Augenblick steinhart oder vollkommen schlaff und nutzlos sein will, im Mund brennt es und schmerzt immer wieder mit entzündlichen Bereichen und Aphten, die Augen, insbesondere das rechte Auge schmerzt, der Kopf hämmert die meiste Zeit, dauermüdigkeit lässt auch grüßen und als ob das nicht schon reicht will der Magen lieber vor Übelkeit streiken als zumindest kleine Mengen essen zuzulassen. Noch 3 Tage, dann darf ich endlich wieder meine Basismedikation nehmen. Nur noch eine Woche, dann häufen sich innerhalb kurzer Zeit meine Arzttermine. Und das Gelaufe zu ertragen, wenn schon das Öffnen einer Naschtüte für die Kids oder das Schmieren eines Brotes dazu führt, dass die Hand vor Überanstrengung zittert. Schauen wir mal, was die Nähe Zukunft noch bereit hält, aber derzeitig ist ein Abstieg im Gänge in ein tiefes Physisches Loch zum Teil zumindest.
Ich hatte vor einer Woche meinen 8 Wochen CheckUp und habe sage und schreibe 900g weniger, weniger Fett Teil, mehr Muskel Masse und Wasser bekommen. Mein Stoffwechsel ist nun von einer 60 jährigen heraufgewandert zu einer 38jährigen. Ansich super Nachrichten. Ich befinde mich noch immer im Naja, da geht noch einiges, Bereich bzw. insgesamt im Bereich ' Schlecht', aber wenn man bedenkt, dass ich als ich im März mit dem physiotherapeutisch betreuten Sport anfing und damals noch nicht mal auf der Liste anzutreffen war, so schlecht waren meine Werte, dann stelle ich fest 4kg Gewichtsverlust, weniger Bauchumfang, bessere Messwerte und ich habe zumindest weniger Dauer-Schmerzen, so dass ich meine Schmerzmedikation etwas reduzieren konnte. Ich werde mich weiter durchkämpfen, bin froh, dass meine Ärzte und Therapeuten für mich da sind, mich auffangen und zumindest der Kopf mir sagt, es kann besser werden, wir schaffen das.
Im Grunde will ich damit sagen, dass wir alle uns nicht unter kriegen lassen sollten. Es wird immer Rückschläge geben, Hindernisse und Probleme, aber es gibt auch gute Dinge. An diesen guten Dingen sollten wir fest halten, egal wieviel Schlechte zeitgleich vorhanden sind.
Ich Kämpfe weiter und versuche meinen Zustand, der gegeben ist, nicht hin zu nehmen, aber zu akzeptieren, zu bessern und mich nicht klein kriegen zu lassen.
Ich wünsche meinen Mitbetroffenen, dass Ihnen bald wieder oder alternativ neue Medikamente zukommen, damit auch Sie Ihren Kampf weiter führen können.
#behcetsdisease, Wir sind nicht alleine, wir halten zusammen und wir schaffen das. Gemeinsam
Dienstag, 2. Juli 2019
Sommerzeit, du ruhige Zeit
Wie ich Euch berichtete war die vergangene Woche für mich sehr kräftezehrend. Ich war darauf vorbereitet, dass die neue Woche nicht leicht würde, aber dass es so schlimm werden würde, war auch mir nicht klar. Neben den körperlichen Gebrechen habe ich auch vieles im Alltag, was es zu erledigen gilt und ja, wenn ich mich mit Fachleuten unterhalte und Sachen organisiere, erwarte ich auch, dass entsprechend diese Fachleute mit ihrem Wissen und Erfahrung helfen. Es geht mir ziemlich schlecht, meine Haut blüht, juckt, tut etwas weh und Ödeme bilden sich nebst der Entzündungen. Ja Sommer ist meine verhassten Jahreszeit, obwohl ich ihn gleichzeitig liebe. Wenn die Ferien starten, in dem Fall in einer Woche, kommt die Zeit des Jahres, wo ich endlich mal weniger Pflichten habe, mehr Zeit zum Ruhen, Zeit, die ich brauche, damit ich den Rest des Jahres überstehen kann. Es sind nur 6 Wochen, aber diese Wochen lassen mich entspannen. Nur in diesem Jahr soll alles wohl nicht sein. Derzeit macht mir nicht nur die Haut gerade zu schaffen. Ich habe so sehr gekämpft, bin regelmäßig zum betreuten Sport gegangen, war stolz, weil ich trotz aller Widrigkeiten durchhielt und nun dieser Schub, der mich erdrückt, genau wie die Sonne und die Hitze.
Mein rechtes Bein ist die Hölle, die linke Schultermuskulatur zieht auch fein mit, weil ich schlecht lag 2 Nächte lang, dazu diese alles überschattende Müdigkeit, die mich mitten am Tag im Sitzen einschlafen lässt und vieles mehr. Wenn dann auch noch Stress aufkommt, weil Fachleute Mist machen, was ernste Konsequenzen für uns hat, vor Allem unsere Tochter, dann ist klar, dass einem die Spucke im Hals stecken bleibt. Aber gut, man kann alles regeln, das wird schon werden und man darf dann nicht schwarz sehen. Nur für mich bedeutet dies nun wieder zusätzliche Laufereien, die ich derzeit mit meinem Bein gar nicht gebrauchen kann. Es interessiert aber niemanden, was das alles für Folgen hat. 😒
Sei es drum. Wir machen das schon.
Persönlich stelle ich mich auf einen viel zu heißen unbequemen Sommer ein. Mir bleibt ja nichts anderes übrig. Ich bin einfach froh, wenn ich wieder mit der Basismedikation anfange und zumindest einen Teil meiner Probleme wieder los werde.
Ich bin eine gequälte Seele und würde mich gerade am liebsten verkriechen, aber das ist unmöglich. Also muss ich da durch und weiter kämpfen und hoffen, dass alles wieder gut wird. Nicht nur für mich.
Dennoch, auch wenn es Dinge gibt, die es zu regeln gilt, gibt es auch Dinge, die einem helfen klar zu sehen, und beruhigt in die kommende Zeit zu gehen.
Ich liebe meinen Garten, ich schaffe nicht viel, es strengt mich sehr an, jede Anstrengung hat negative Auswirkungen, aber ich versuche zumindest 3 x die Woche ein wenig Unkraut zu jäten, regelmäßig zu Gießen und den Garten nicht wieder verwildern zu lassen. In den Sommerferienwochen habe ich den Vorteil fast durchgehend dort zu sein, so dass ich je Tag weniger mache, dafür aber jeden Tag ein kleines bisschen schaffe. Alles in der Hoffnung auf ertragreiche Ernten. In diesem Jahr wollten nicht alle vorgepflanzten Samen keimen, so dass ich nachkeimen musste, aber Paprika Pflanzen und einige Tomatenpflanzen scheinen zumindest zu wachsen, genauso wie meine Blumenmeerbeete zu Gunsten von Bienen. Das stimmt mich froh und selbst, wenn ich nichts ernten kann, so freue ich mich dennoch über die vielen blühenden Pflanzen in meinem Garten. Leider mussten wir den Tot zweier Mäuse beklagen. Sie ertranken in unserer Wanne voll Wasser für die vielen Wildtiere/ Vögel. Ich hoffe es teilen nicht noch mehr von ihnen dieses Schicksal, denn gerade unsere vielen wilden Gartenbewohner benötigen das zur Verfügung gestellte, regelmäßig frische Wasser zum Leben.
Dennoch ist es traurig, dass andere Gartenbewohner, die vor Durst ins Wasser hüpfen leider nicht wieder daraus heraus kommen. Also werden wir wohl noch eine 2.flachere Wasserquelle aufstellen müssen.
Eines ist mir wichtig. Wie auch unsere tierischen Mitbewohner, so möchte ich Euch alle bitten, trinkt genug, passt auf Euch auf, unterschätzt diese Hitze nicht, die momentan uns alle begleitet. Euer Wohlbefinden und eure Gesundheit sind mir ebenso wichtig wie meine eigene oder die meiner Familie.
Allen, die wie ich, unter der Sonne leiden, wünsche ich Erfolg beim Schaffen von Abhilfe und vielleicht hat der ein oder andere ja auch einen Guten Tip, wie uns PLD Betroffenen geholfen ist. Persönlich muss ich leider sagen, trotz LSF 50+ leidet meine Haut natürlich und mich mit UV schutzkleidung zu bedecken schafft leider im Moment durch die Hitze nur Kopf und Kreislaufbeschwerden, zudem habe ich urviel Ausserhaustermine, daher ist die Aussage "Bleib raus aus der Sonne" keine Option für mich. Einzig Cortison Creme und Antihistamine(die ich nicht nehme) schaffen außerhalb meiner Basistherapie Abhilfe, nur ist das auch keine Optimallösung.
Optimal wäre Kleidung, die einen nicht noch zusätzlich zum Schwitzen bringt, aber dennoch minimum 90% der Haut abdeckt. Gefunden habe ich zwar jede Menge Funktionale Kleidung, aber nichts das sowohl meinen Farbwünschen, als auch auch meinen Geschmack/Stil abdeckt. Wo kauft ihr Eure Schutzkleidung? Näht ihr selber? Her mit euren Vorschlägen!
Ich wünsche allen Gesunden viel Spass in den Ferien, den kranken gute Besserung, den chronisch kranken eine hoffentlich nicht so schlimme Phase und den Kindern enorm viel Spass und Freude in der fast lernfreien Zeit. Erholt Euch alle gut. Schon bald melde ich mich wieder. Dann evt. Mal mit ein paar Ferienposts, wenn ihr das möchtet.
Freitag, 14. Juni 2019
Jeder lernt dazu
Jeder Mensch lernt sein Leben lang. Meist gilt dies in Bezug auf Privates, doch es geht auch anders. Durch M. Behcet bekomme ich zur Symptom Bekämpfung gewisse Medikamente, gleichzeitig aber auch gewisse Therapien, zusätzlich zu dem, was ich versuche selbständig zu meistern. Eine meiner therapien, die mir sehr hilft, ist die Physiotherapie. Es ist schwierig in Worte zu fassen, wenn man nicht selbst betroffen ist, aber ja, sie hilft wirklich sehr. Vieles ist für mich sehr anstrengend, ein wahres Problem, denn oft fehlt mir die Kraft, um gewisse Anstrengungen zu meistern. Das macht es mir schwierig. Eine diese Anstrengungen ist das stete gerade sitzen. Ich Kämpfe jedes Mal mit mir, denn wenn ich mich all zu sehr auf diese eine Sache konzentrieren muss, fehlt mir die Kraft andere Dinge zu bewältigen. Nun ist es aber so, dass mich diese irre Erkrankung namens MAB schlaucht, sie zerstört mich und ich muss um alles kämpfen, um eine Linderung zu bekommen. So ist einer dieser Kämpfe das Gerade sitzen! Wenn ich gerade sitze, schmerzen meine Gliedmaßen trotzdem, aber es ist etwas weniger. Aber wenn ich mich aufs gerade sitzen konzentriere, ermüdet es mich und so fehlt mir dann die Kraft und der Antrieb für andere Dinge, an denen ich arbeiten müsste. Man kann also immer nur ein Übel zur Zeit bekämpfen. Zumindest ist das ein Problem. Es ist nämlich nicht so, als hätte ich alle Zeit der Welt, um nur ein Problem zur Zeit anzugehen. Denn arbeite ich an einer Baustelle, so verliere ich den Überblick und den Kampf über alle anderen Baustellen. Dennoch muss ich machen, was getan werden muss.
Derzeit geht mir vieles durch den Kopf. Wie gesagt viele Baustellen. Nun versucht die mich behandelnde Klinik mir so gut zu helfen, wie sie kann, da meint mein Körper, er muss sich etwas neues suchen, um mich zu ärgern. So war es immer, so wird es immer sein.
Wo ich vor ein paar Jahren mit der Blase kämpfte, kåmpfte ich anschließend mit den Nieren, dann mit dem Magen/Darm, dann wiederum mit der Gebärmutter, die letztlich entfernt wurde, dann meinte mein Kørper sich jetzt eben was neues, vermutlich die Gallenblase, zu suchen. Ob sie es ist, wir werden es sehen, im Verlauf der Zeit. Sorgen mache ich mir keine, denn ich bin in den besten Händen, werde engmaschig Kontrolliert und kurzfristig behandelt, sobald ich etwas merke, wie jetzt mal wieder ein HWI. Ich muss in dieser Zeit jedes Mal auf die Basistherapie verzichten, bis wir das lästige Blasen Problem wieder beseitigt haben, was jedes Mal zu einem Schub vom Feinsten ausartet, aber sobald ich mit dieser einen Behandlung durch bin, wirkt das Ciclosporin auch ganz schnell wieder, so dass ich den Schub schnell wieder besänftigen kann. Es ist ausserdem kein Platz vorhanden um sich Sorgen zu machen. Viel wichtiger ist der Kampf gegen das, was in meinem Körper vor sich geht, wenn ich wieder einmal in einem Schub Lande. Und da sind wir dann wieder zurück am Ausgangspunkt, dass im Prinzip jeder Mensch täglich etwas neues lernt. So brauche ich die Physiotherapie, um gegen die chronischen Muskel- und Gelenkschmerzen angehen zu können. Spezielle Techniken der manuellen Therapie helfen mir dabei zu filtern, was genau gerade im Argen liegt, und mit dazu passenden Übungen sowohl meinerseits als auch durch meinen Therapeuten ausgeführt, führen langfristig zu einer Besserung. Dank dieser Methode und dem von Physiotherapeuten begleiteten Sport konnte ich bereits nachhaltig meine Opiatgestützte Therapie etwas reduzieren. Würde jetzt aber diese Therapie weg fallen, wonach es heute früh stark aussah, würde ich wieder in die falsche Richtung fallen. Denn Opiate sollen nicht meine Endlösung sein, das möchte ich zum einen nicht, zum anderen werden sie nicht in dem Maße helfen, wie sie müssten, das raten sie schon lange nicht mehr, zum anderen werden sie auf Dauer mehr Schaden anrichten als mir zu helfen, sei es durch die mittlerweile körperliche Abhängigkeit wie auch durch etwaige Nebenwirkungen und langfristiger Folgen des Opiatkonsums, die bisher vielleicht nicht zu sehen sind, aber sicherlich irgendwann kämen. Und wenn ich dank der Physiotherapie doch nachweisbar die Einnahme der Opiate langsam aber sicher senken, evt. Irgendwann komplett absetzen kann, warum sollte man sich dann quer stellen?
Kürzlich war ich diesbezüglich bei meiner Krankenkasse, denn bei den meisten KK muss man wohl vorab sich genehmigen lassen längere Zeit Physiotherapie zu erhalten, meine Kasse sagte, dass sei bei Ihnen nicht mehr so. Sie übernehmen die Kosten solange bis sie irgendwann widersprechen würden und müssten dann aber alle bis dahin genommenen Einheiten trotzdem bezahlen. Ausserdem gibt der Heilmittelkatalog eindeutig an, dass man bei Bewegungseinschränkungen aufgrund Rheumatischer Grunderkrankungen langfristig ohne Einschränkungen ein Anrecht auf Physiotherapie hat, genauso auch bei chronischem Schmerzsyndrom und vielen weiteren bei mir diagnostizierten Erkrankungen. Am Ende ist das Bezahlen meiner Physiotherapie für die Krankenkasse billiger als wenn ich zu einem Pflegegrad 3 werde, weil ich mich trotz Schmerzmedikation, die sie auch zahlen müssten, irgendwann einfach nicht mehr bewegen kann und diese Therapie dann dafür benötigen würde, um wieder beweglicher werden zu können. Also kommen sie langfristig ohnehin nicht drum herum.
Dadurch bedingt musste ich also heute erstmals mir meine Verordnung von der Klinik statt vom Hausarzt ausstellen lassen und da ich in einer Abteilung behandelt werde, in der im Prinzip nur Hautärzte arbeiten, war es natürlich ein grosses Aufheben diese Verordnung auszustellen, denn einige, inkl. meinem behandelndem Arzt, haben davon kaum Ahnung. Für ihn war es das erste Mal, aber er hat es hin bekommen, fast richtig. Kommende Woche muss ich allerdings nochmal hin und noch eine. STEMPEL drauf setzen lassen und das fehlende Beiblatt für die Unterschriften holen. 😁
Trotz wieder einmal erneutem Harnwegsinfekt und Muskelkater.
Aber wie gesagt, man kümmert sich dort sehr gut um mich, und nimmt mir auch Ängste, wenn ich mal wieder neue Auffälligkeiten im Blutbild/Urin habe und obwohl ich heute kurzfristig ohne Termin hin kam, nahm man sich für mich viel Zeit 🕰. Dafür bin ich sehr dankbar. Ich weiß, dass es nicht selbstverständlich ist, vor allem in der Klinik.
Trotz der vielen Lauferei/Fahrerei die letzten beiden Tage, und den Umstand, dass ich extrem müde und kaputt davon bin, so hat sich wieder einmal gezeigt, dass ich, wenn es darauf ankommt, an richtiger Stelle behandelt werde. Nichts desto trotz gab es auch jede Menge zum Lachen. Selbst in all dem bürokratischen Stress, gab es Ruhe/ Gelassenheit und auch mal das Eingeständnis, dass es doch lustig ist, wenn man als Hautarzt etwas Verordnet, was sonst nur andere Ärzte verordnen, ja man lernt immer dazu. Und man freut sich, wenn man etwas neues auch gut gemacht hat. Noch besser ist es für mich, dass diese ganzen unangenehmen Anstrengungen sofort vergessen sind, wenn ich bei meinem Physiotherapeuten sitze und wir uns während der manuellen Therapie einfach unterhalten. Nicht nur andere lernen Neues, auch ich lerne neues dazu. Jedes Mal. Heute lernte ich mal etwas neues über Ameisen...
Das folgende Wochenende wird sicher hart werden. Wenn ich es nicht wieder total verschlafen, so deshalb, weil ich aufgrund der Infektion das Ciclosporin nicht nehmen darf und mit dem schlimmsten rechnen sollte, was ich nicht möchte, da ich eigentlich einfach nur mal ein paar Tage entspannt den Garten genießen möchte.
Was habt ihr in letzter Zeit neues gelernt, mit dem ihr nicht gerechnet habt?
Dienstag, 28. Mai 2019
Für die Wissenschaft mögen wir kaum von Interesse sein und für unsere Umgebung? Ich denke, da ist es sehr unterschiedlich. Je nachdem, welcher Schicht wir angehören, ernten wir Interesse und Verständnis oder eben auch nicht.
Mir persönlich ist es wichtig, dass andere Menschen aufgeklärt sind, ein Grund mehr, mich für Aufklärung einzusetzen. Ich bin gerne das Bindeglied, dass anderen aufzeigt, dass wir zwar wenige sind, aber auf die Hilfe vieler angewiesen.
Aber...
Es fällt mir schwer, auf andere zu zu gehen, ihnen offen zu sagen, wann meine Grenze erreicht ist.
Die letzte Woche war wieder eine solche Woche. Ich mutete mir viel zu viel zu. Zum Teil, weil ich mich dazu verpflichtet fühlte, zum Teil, weil ich ungern zugebe, etwas nicht zu können. Ich stehe mir dann selbst im Weg.
Natürlich bekomme ich dementsprechend dann auch Ärger. Und das ist auch richtig so. Aber umzusetzen, was man mir rät, fällt mir persönlich sehr schwer, wenn ich den genauen wissenschaftlich untermauerten Sinn nicht erkenne.
Am Montag hatte ich Training, dann musste ich Einkäufe erledigen, Haushalt und meine Tochter zur Therapie begleiten, obwohl ich bereits Muskelkrämpfe hatte, als ich am Morgen noch im Bett war. Dazu kam meine tägliche Hunderunde. Ich war am Ende meiner Kräfte. Aber Ausruhen ging nicht, denn ich habe Verpflichtungen. Und die sind fest in meinem Kopf verankert, da sie mir den Auftrieb geben, überhaupt morgens aufzustehen.
Am Dienstag, ich fühlte mich bereits beim Wach werden nicht gut, weiterhin Muskelkrämpfe, hatte ich leider Gottes wieder zu tun. Ich musste zur Uni meine VersichertenKarte und Laborwerte abholen, weil dies postalisch einfach unsicher ist und viel zu lange dauert. Also ging ein Grossteil des Tages alleine dafür drauf. Als ich heim kam, hätte ich mich am Liebsten hin gelegt, aber Haushalt und Hund mussten ebenfalls versorgt werden.
Am Abend hatte ich dann Kopfweh. Was bei mir keine Seltenheit ist.
Ich schlief in dieser Nacht nur 2 Stunden, weil die Schmerzen der Muskelkrämlfe mich wach hielten.
Am Mittwoch wollte ich es "langsam" angehen lassen, aber auch das war nicht zu realisieren. Termine lassen nie auf sich warten, so auch dieses Mal nicht, dabei hätte ich viel eher meinen Physiotherapie Termin gebraucht, den ich aber absagen musste, weil ein anderer Termin Vorrang hatte.
Auch in dieser Nacht war Schlaf reine Mangelware.
Am Donnerstag hatte ich wieder Training. Mir ging es den ganzen Morgen so mies, dass ich mich dazu zwingen musste überhaupt hin zu gehen. Aber gegen Mittag schaffte ich es dann mich aufzuraffen und los zu gehen. Das Training selbst ging nur schleppend, am liebsten hätte ich schon nach dem Aufwärmen (20 Minuten Fahrrad fahren) aufgehört, aber ich bin stur, ich halte durch.
Am Nachmittag waren sie wieder da, Muskelkrämpfe in den Beinen und im Oberarm. Dazu ordentliche Kopfschmerzen, Mund tat weh und meine Hand sowieso. Aber ausruhen ging einfach nicht.
Freitag hatte ich dann endlich Physiotherapie. Und nach mehreren Wochen hatte ich das erste Mal einen kompletten Nachmittag so gut wie keine Schmerzen mehr im Arm. Eine Wohltat.
Am späten Nachmittag, nachdem ich noch ein Rezept und Termine eingeholt hatte, ging es dann in den Garten. Ich versprach nichts zu tun, ja nicht mal Unkraut zu jäten und ich hielt mich daran. Mir blieb auch nichts anderes über. Denn diese Woche hatte mich so geschlaucht, dass ich von Freitag den frühen Abend bis Samstag Spätnachmittags fast durchgeschlafen habe. Kaum wach und etwas gegessen und getrunken wollte ich mit meinem Sohn einen Film schauen und siehe da, ich schlief direkt wieder ein. Mein Junge lag neben mir und nutzte die Zeit um Minecraft zu spielen. Am Abend wurde ich wieder wach, zu Essen gab es ja genug und nach dem Abendessen, dass er von zu Hause abgeholt hat, sahen wir dann doch noch einen Film zusammen und er schlief pünktlich wie immer ein. Auch ich schlief kurz darauf wieder ein und wurde erst am Sonntag Morgen wieder wach.
Am Sonntag saßen wir zusammen, sahen einen Film nach dem anderen und als es zu regnen aufhörte, gingen wir Mittags dann heim.
Der Rest des Tages verlief ruhig, Wahlen, Essen, Fernsehen und eben wie immer pünktlich zu Bett gehen.
Und dennoch war ich immernoch kaputt. Kaputt zu sein, ist eine Qual.
Die neue Woche begann und natürlich hat man neue Verpflichtungen.
So ging es am Montag wieder zum Training, einkaufen, Haushalt machen und mit neuen Problemen weiter kämpfen.
Die Augen waren schon beim erwachen rot, fühlten sich an, als ob sie unter Druck stünden. Demnach musste ich gegen an Tropfen, in der Hoffnung, es würde sich bessern. Aber auch das klappte wieder nicht. Die Augen blieben gerötet.
Zumindest an diesem Montag konnte ich früh zu Bett gehen, nur mal wieder nicht wirklich schlafen, weil Muskelkrämpfe, Hitzegefühl im Gesicht und Augenbrennen und - tränen vom ruhigen Schlaf abhielten.
Der Dienstag sollte dafür ruhig genutzt werden. Es war ein wunderschöner Tag trotz der Probleme. Spazieren gehen, bummeln und Eiscafe in sehr netter Begleitung und mit viel Spass waren eine gelungene Abwechslung vor dem nachmittäglichen Einkauf.
Im Prinzip ist es schwer ein Leben mit Erkrankungen zu führen. Einerseits muss man absolut alles und jedes Detail vorab planen, um auf alle auftretenden Eventualitäten ( MagenDarm Probleme, Schmerzphasen etc.) vorbereitet zu sein und entsprechende Pausen einlegen zu können und andererseits darf man eigentlich gar nichts planen, da es einem jederzeit so schlecht gehen kann, dass man alle seine Pläne über den Haufen werfen muss. Man muss seine persönliche Mitte finden, um diesen Balanceakt zu meistern. Nicht einfach.
Es ist schwierig und bedarf einer Menge Verständnis Außenstehender, wenn man gemeinsam etwas unternehmen möchte. In der richtigen Begleitung klappt dies auch sehr gut.
Für diese Woche wünsche ich mir, dass es mir etwas besser geht. Das ist aber wieder eine Schwierigkeit, wenn man bedenkt, dass die Kinder Brückentage haben und somit mehr zu Hause sind, beschäftigt werden möchten und dadurch mehr Arbeit entsteht. Auch schwierig, wenn man bedenkt, dass die Augen immer noch gerötet sind, es sich anfühlt als ob sie gleich raus"ploppen" aus den Augenhöhlen, und zusätzliches Tropfen in Form von Befeuchten nur zu stärkerem Brennen und ein Zuviel an Tränen führen.
Wie der Rest der Woche aussehen wird? Ich werde beizeiten berichten. Mal sehen, was es bis dahin wieder neues gibt, worüber es sich zu schreiben lohnt ( es wird ganz sicher etwas geben).
Im Namen aller Mitbetroffenen Behcet Patienten möchte ich noch einmal Danken für jegliche Hilfen, Verständnis und die Hoffnung, die uns so mancher entgegen bringt. Aber auch für jedes Lächeln, dass ihr uns ins Gesicht zaubert. Denn damit wird der Tag an dem dies geschieht für uns ein guter Tag. Und von denen brauchen wir viele.
Ich möchte auch noch einmal mein Beileid ausdrücken für alle Hinterbliebenen unserer kürzlich verstorbenen Mitbetroffenen. Wir sind in Gedanken bei Euch und können gar nicht erahnen, was ihr durch machen müsst. Und auch wir vermissen unsere sonst immer sehr präsenten aktiven Mitstreiter, die uns leider nun verlassen haben.
DANKE.
Bekämpfung von Ängsten
Wenn man Angst vor einer Erkrankung entwickelt, weil viele Informationen nach einer Neudiagnose auf einen herniedergehen, dann ist es oft s...
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Ja. Es ist soweit. Irgendwie wird mir dann doch gerade etwas mulmig im Magen. Gestern schien, sicherlich zu meinem Vorteil, die Sonne. Und ...
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Wie ihr wisst ist mein Leben sehr geprägt vom Behcet und seinen sekundären Begleitern. Nicht jeder Patient hat die gleichen Symp...